Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat gemeinsam mit dem ZVEI erstmals einen Leitfaden zur Beschallungstechnik in Fußballstadien veröffentlicht. Die Publikation richtet sich an Klubs, Stadionbetreiber, Planungsbüros und Behörden und soll bei Planung, Modernisierung und Betrieb von Beschallungsanlagen unterstützen.
Der Leitfaden behandelt sowohl die Nutzung der Anlagen für Information und Unterhaltung als auch ihre Funktion in Not- und Gefahrensituationen. Dabei geht es unter anderem um die gezielte Ansprache und Besucherlenkung sowie um Sicherheits- und Evakuierungskonzepte. Moderne Stadionbeschallung muss dafür auch bei hohen Störgeräuschpegeln eine ausreichende Sprachverständlichkeit gewährleisten.
Uwe Spatzier, Vorsitzender des ZVEI-Fachkreises Leistungsgemeinschaft Beschallungstechnik, erklärt: „Der Leitfaden fasst erstmals die wesentlichen technischen, normativen und betrieblichen Anforderungen an Planung, Errichtung, Betrieb und Instandhaltung von Beschallungsanlagen in Fußballstadien zusammen. Darüber hinaus enthält er praxisnahe Hinweise zu Sprachverständlichkeit, elektroakustischen Notfallwarnsystemen, Sprachalarmanlagen sowie zur messtechnischen Überprüfung der Anlagen.“
Ein Schwerpunkt liegt auf den technischen und normativen Anforderungen. Für Tribünen- und Spielfeldbereiche unterscheidet der Leitfaden zwischen elektroakustischen Notfallwarnsystemen (ENS) und Sprachalarmanlagen (SAA) und verweist unter anderem auf DIN EN 50849, DIN VDE 0833-4 und DIN 14675-1. Behandelt werden zudem Nutz- und Störschallpegel sowie die Sprachverständlichkeit anhand des Speech Transmission Index (STI).
Weitere Kapitel beschäftigen sich mit den Grundlagen der Anlagenplanung, raumakustischen und baulichen Randbedingungen, Energieversorgung und Zonierung sowie möglichen Beschallungskonzepten. Für akustisch anspruchsvolle Bereiche wie Tribünen und Spielfeld sieht der Leitfaden Computersimulationen als wesentliches Planungsinstrument vor. Auch unterschiedliche Konzepte mit konventionellen Lautsprechern und Line Arrays sowie zentrale und dezentrale Beschallung werden erläutert.
Ergänzt wird die Publikation durch ein DFB-Messprotokoll zur einheitlichen Dokumentation elektroakustischer Parameter. Erfasst werden unter anderem Nutzschallpegel, Gleichmäßigkeit der Beschallung, STI-Werte und gegebenenfalls der Frequenzgang.
Manuel Hartmann, DFB-Geschäftsführer Spielbetrieb, unterstreicht: „Moderne Beschallungstechnik ist weit mehr als ein Instrument zur Information der Zuschauerinnen und Zuschauer. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil eines sicheren und professionellen Stadionbetriebs. Mit dem neuen Leitfaden schaffen wir erstmals eine bundesweit einheitliche Orientierung für Klubs, Stadionbetreiber und Planende. Unser Ziel ist es, hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards in den Stadien nachhaltig zu fördern. Gute Stadionerlebnisse und hohe Sicherheitsstandards gehen dabei Hand in Hand.“










































































































































































